Traumstraße der Alpen • 2.037 m

SILVRETTA-HOCHALPENSTRASSE

Von Partenen im Montafon über 34 Kehren hinauf zur Silvretta-Bielerhöhe und weiter nach Galtür in Tirol: Baugeschichte, Fahrzeiten und Mautinformationen.

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Die Silvretta-Hochalpenstraße verbindet Partenen mit Galtür über die Bielerhöhe. Verlauf, Kehren und Baugeschichte machen die Route aus; Befahrbarkeit, Maut und Betriebszeiten sind saisonabhängig und sollten vor der Anreise beim Betreiber geprüft werden.

Streckenverlauf und 34 alpine Kehren

Kehren der Silvretta-Hochalpenstraße in den Bergen

Die Westrampe der Straße beginnt an der Mautstelle am Ortsausgang von Partenen auf 1.051 Metern Seehöhe. Auf den folgenden 14,5 Kilometern windet sich die Straße über exakt 34 durchnummerierte Serpentinen (Kehren) steil empor:

  • Partenen bis Kehre 20: Anstieg durch dichten Bergmischwald mit Tiefblicken auf das Kraftwerksdorf Partenen und die Trasse der Europatreppe 4000.
  • Kehre 21 bis Vermuntsee (1.743 m): Übergang in die subalpine Krummholzzone; Vorbeifahrt an der gewaltigen Bogenstaumauer des Vermuntsees.
  • Vermuntsee bis Bielerhöhe (2.037 m): Die letzten Kehren führen durch karge, hochalpine Urgesteinslandschaft bis zum Passplateau mit freiem Blick auf das Eis des Piz Buin.
  • Ostrampe nach Galtür: Sanfterer Verlauf über rund 8 Kilometer hinab nach Wirl und Galtür im Paznaun.

Entstehungs- und Baugeschichte

Ursprünglich war die Trasse keineswegs für den zivilen Tourismusverkehr gedacht. Sie entstand ab 1925 als Baustraße der Vorarlberger Illwerke zur Errichtung der Staudämme Vermunt und Silvretta. Über Jahrzehnte wurden schwere Baumaschinen, Zementsäcke und Turbinenteile über diese einspurige Schotterpiste ins Hochgebirge transportiert.

Erst am 23. Juni 1954 wurde die Straße nach aufwendigem zweispurigen Ausbau und Asphaltierung offiziell für den allgemeinen motorisierten Reiseverkehr freigegeben. Heute befindet sich die Straße weiterhin im Privatbesitz der Illwerke vkw, die den ganzjährigen Unterhalt und die Schneeräumung eigenverantwortlich finanziert. Jedes Frühjahr rücken gigantische Schneefräsen an, um meterdicke Schneewächten auf der Bielerhöhe zu durchbrechen.

Die Silvretta Classic Rallye

Überregionale Berühmtheit erlangte die Straße als Austragungsort der alljährlich im Juli stattfindenden Silvretta Classic Rallye Montafon. Hunderte historische Automobile und Oldtimer – von Vorkriegs-Bentleys bis zu Sportwagenklassikern der 1960er- und 1970er-Jahre – bewältigen die anspruchsvollen 34 Kehren im Rahmen präziser Gleichmäßigkeitsprüfungen. Tausende Zuschauer säumen dann die Serpentinen zwischen Partenen und der Bielerhöhe.

Fahrhinweise für Passfahrer und Motorradurlauber

Kurvenreiche Silvretta-Hochalpenstraße in den Bergen

Die Befahrung einer hochalpinen Gebirgsstraße mit 34 Kehren verlangt von Fahrern vollste Konzentration. Insbesondere bei der Talfahrt nach Partenen ist es ratsam, in einem niedrigen Gang zu fahren, um die Bremsen durch die Motorbremswirkung zu entlasten. Häufiges Schleifenlassen der Betriebsbremse führt bei Fahrzeugen zu gefährlichem Fading (Verlust der Bremswirkung durch Überhitzung).

In engen Kehren begegnen Ihnen gelegentlich Postbusse oder Reisebusse. Da Großfahrzeuge den gesamten Kurvenradius beanspruchen müssen, gilt für PKW- und Motorradfahrer: Rechtzeitig vor der Kurve anhalten und dem bergauf fahrenden Schwerverkehr die Durchfahrt gewähren.

Auf der gesamten Passstrecke gilt ein Tempolimit von 50 km/h sowie im Bereich der Mautstellen und Rastplätze 30 km/h. Motorradfahrer sollten insbesondere nach Regenfällen auf nasse Weideroste und Bitumenstreifen in den Kehren achten, da diese bei Feuchtigkeit rutschig sein können. Parkplätze auf der Bielerhöhe bieten ausreichend Stellfläche für entspannte Fotostopps und Spaziergänge entlang der Staumauern.

Betriebszeiten, Mauttarife und Regularien

Als hochalpine Passstraße unterliegt die Silvretta-Hochalpenstraße extremen Witterungseinflüssen:

  • Saisonale Öffnung: In der Regel von Ende Mai / Anfang Juni bis Ende Oktober / Anfang November geöffnet (strikte Wintersperre im Winterhalbjahr).
  • Mautpflicht: Die Mautpflicht gilt für alle Kraftfahrzeuge (PKW, Motorräder, Wohnmobile, Reisebusse). Fahrradfahrer können die Strecke gebührenfrei passieren.
  • Einschränkungen für Gespanne: Wohnwagenanhänger dürfen die Straße aus Sicherheitsgründen auf der steilen Vorarlberger Rampe (Partenen) nicht befahren; für schwere Busse über 13 Meter Länge gelten Längenbeschränkungen.
Fahrzeugkategorie Regulärer Mauttarif Besondere Bestimmungen
PKW (bis 9 Sitzplätze) Tageskarte ca. 19,50 € Gültig für Hin- und Rückfahrt am selben Tag
Motorräder Tageskarte ca. 16,00 € Helmpflicht, Vorsicht bei Weiderosten und Bitumenstreifen
Wohnmobile Tageskarte ca. 26,00 € Nachtparkverbot auf der Passhöhe (Camping verboten)
Fahrräder / E-Bikes Gebührenfrei Lichtpflicht bei Tunneldurchfahrten

Verkehrssicherheit für Motorrad- und Autofahrer

Auf der Bielerhöhe herrscht Weidebetrieb. Rechnen Sie hinter unübersichtlichen Kurven stets mit freilaufenden Weidetieren (Montafoner Braunvieh und Steinschafe) auf der Fahrbahn. Halten Sie in den engen Kehren ausreichend Abstand und nutzen Sie bergab die Bremswirkung des Motors (niedriger Gang).

Bildnachweis: Foto Basotxerri · skaliert · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle